Burnout – eine vieldiskutierte Erscheinung unserer modernen Gesellschaft

footer_screen

Das Burnout Syndrom ist eine ernst zu nehmende Krankheit


Burnout gilt als Phänomen der heutigen Zeit. Der englische Begriff kann übersetzt werden mit „Ausgebranntsein“. Damit ist ein Zustand völliger Erschöpfung definiert, in dem normale Erholung in gewohnter Manier (z. B. Urlaub) nicht mehr möglich ist. Die Person ist – scheinbar plötzlich – zu keiner der Leistungen mehr fähig, die er oder sie bis dahin typischerweise in extrem hohem Maße erbracht hat. Neben der körperlichen Entkräftung findet sich die Energielosigkeit auch auf der emotionalen und geistigen Ebene. Vorangegangen ist diesem Zustand eine Vielzahl hochbelastender Stresssituationen.

Phänomen mit individueller Gestalt und sozialer Bedeutung

Aktuelle Berichte in den Medien haben in den vergangenen Monaten ein Bewusstsein für das Burnout Syndrom geschaffen: Das Ausgebranntsein trifft für immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft zu. Das Syndrom ist ein Spiegel unserer leistungsbezogenen Welt. Dabei fällt insbesondere das hochgradig fordernde und kurz getaktete Arbeitslebens ins Gewicht. Es ist unabhängig von Gesellschaftsschichten, Altersgruppen und vom Geschlecht.

Typischer Verlauf – spezifische Auslöser

Die Entstehung des Burnout-Syndroms stellt sich als schleichender Prozess dar. An seinem Ausgangspunkt zeigt sich regelmäßig das Bild eines Menschen voller Enthusiasmus und Einsatzbereitschaft für seine Aufgaben und Ziele.

In seinen frühen Phasen entwickelt sich dann mehr und mehr Frustration. Der Betroffene fühlt sich überfordert und es fehlen augenscheinlich Möglichkeiten, auf die schwächenden und kräftezehrenden Situationen Einfluss zu nehmen. Subjektiv erleben wir diese Ereignisse als Stress. Ob und wann das Stressgefühl einsetzt, hängt von der einzelnen Person ab. Auch die Charakterstruktur und die Erfahrungen in vergleichbaren früheren Erlebnissen spielen eine Rolle. Eine bestimmte Herausforderung, auf die der eine souverän und gelassen reagiert, stellt für jemand anderen möglicherweise eine sehr belastende Situation dar. Je öfter das Gefühl von Ausgeliefertsein und Ohnmacht erlebt wird, umso mehr steigt die Anfälligkeit für Burnout. Betroffene sehen sich oftmals in mehreren Lebensbereichen schwierigen Konstellationen ausgesetzt.

Psychosomatische Beschwerden treten mit zunehmender Zeitdauer und in unterschiedlichen Bereichen auf. Als typische physische Beschwerden im Zusammenhang mit Überforderung und Überlastung sind wiederholte Infektionen, Bluthochdruck und Tinnitus zu verzeichnen. Auf der psychischen Ebene zeigen sich Störungen des Alltagsverhaltens wie Depression, Angst- oder Suchtzustände. Die individuellen Ausprägungen sind dabei so vielfältig wie die auslösenden Momente und persönlichen Konstellationen selbst.

Erkennung und Behandlung – Außenblick unterstützt Innenschau

Die Erforschung des (teilweise noch kontrovers diskutierten) Krankheitsbildes und seiner Ursachen ist ein relativ junges Feld der Medizin. Mit ihr setzen sich neben Haus- und Fachärzten insbesondere Neurologen und Neurobiologen sowie Psychiater und Psychotherapeuten auseinander. Der erste Schritt, Burnout zu erkennen, ist in vielen Fällen nicht leicht, da sich die Symptome zunächst auf der körperlichen Ebene zeigen und hier wiederum teilweise in unterschiedlichen Körperbereichen.

Die Wege zur richtigen Diagnose sind oft umständlich und der Betroffene sieht sich nicht selten widersprüchlichen Aussagen über die Ursache seiner Symptome gegenüber. Bei richtiger Beurteilung des Gesundheitszustands bestehen heute beste Behandlungsmöglichkeiten und Therapieerfolge. Zur vollständigen Regeneration bedarf es einer jeweils individuellen Herangehensweise. Der von Burnout betroffenen Person wird es nur unter der Führung eines auf dem Sachgebiet erfahrenen Therapeuten gelingen, ihre Situation zu überdenken, neu zu bewerten und so einen nachhaltigen Umschwung einzuleiten.

Einführungsvideo zum Burnout Syndrom von Welt der Wunder