Burnout-Geschichten


Burnout in der Literatur


Burnout im Alten Testament

 

Nach 10 Jahren alle Ziele erreicht und dann kam der Sturz

Kurz zu meiner Vorgeschichte:
.. bin 26 Jahre, hatte mit 7 Jahren einen Zeckenstich im Kopf, dank der Folgeerscheinungen war ich mehr in den Krankenhäusern als im Spielzimmer bei meinen Barbys. Daher wurde ich in der Zeit wohl auch "Erwachsen" .. die Ärzte meinten, ich müsse groß uns stark sein und dürfte nicht weinen! Das blieb bis heute.. außer einer Person sah mich seither nie wieder jemand weinen (hab in der Zeit wohl auch nur 2 oder 3 mal geweint)! Doch in dieser Zeit entdeckte ich auch meine kreative Ader, das Zeichnen und Basteln und mit 14 Jahren war mir klar ich will in einen kreativen Beruf, möchte einen alten Mini-cooper fahren, ein Atelier als Wohnung und einen Hund (einen Mops)

... mit 16 Jahren begann ich eine Vorausbildung als Maler und Lackiererin die ich jedoch mit 17 Jahren wegen Mobbing (körperlich und verbal) abbrechen musste

...Ergebnis:
Nervenzusammenbruch unter der Dusche! Nach 2 Jahren Arbeitslosigkeit begann ich wieder eine Lehre als Bürokauffrau (in einem Callcenter). Machte mir natürlich keinen Spaß aber ich arbeitete wie ein Tier und obwohl ich wieder 3 1/2 Jahre gemobbt (dieses Mal psychische Erniedrigung) wurde schaffte ich irgendwie den Abschluss nach einem zweiten Anlauf! Ergebnis: mit 22 Jahren meinen zweiten Nervenzusammenbruch, nahm Antidepressiva, essgestört, meine 4 jährige Beziehung im Eimer und körperlich so ein Wrack das ich mich 6 Wochen lang nicht mehr bewegen konnte (körperliche Erstarrung durch Schockerlebnis war die Diagnose). Ärztliche Hilfe nahm ich natürlich NICHT an, schließlich bin ich eine Kämpfernatur und kann alles ALLEINE bewältigen.. ja wie geschrieben heute bin ich 26 und trotz Psychoterror und einem Spaziergang durch die eigene Hölle hab ich es geschafft vor 2 Jahren eine Ausbildung als Dekorationsgestalterin zu bekommen, fahre einen Mini Coopper, hab seit 2 Jahren einen Mops und ein Atelier als Wohnung die ich mir selbst ausgebaut und gestaltet habe... Alles war perfekt und ich auf einem riesen Hoch und hatte zum ersten mal in meinem Leben das Gefühl der Kampf hat sich gelohnt und ich könne alles erreichen...doch im November letzten Jahres kam mein "Fall" ich nahm zusätzlich noch einen Nebenjob an, bei dem ich Abends und an den Wochenenden kellnerte (fühlte mich nicht genug ausgeglichen).

Ich wurde zu einem Workaholiger, in meiner Ausbildung wurde ich täglich gelobt war teilweise besser als meine Vorgesetzten und liebte meinen Nebenjob. Ich merkte schon seit Jahren das ich Schlafstörrungen habe und es war für mich "normal" nie mehr als 4 Stunden Schlaf zu haben dazu kam immer noch mein Arbeitsweg von jeweils einer Stunde aber es ging! Natürlich wurden die Stimmen immer lauter von meinen Freunden und Familie das ich mich noch zu "Tode arbeite" doch ich fühlte mich ja bestätigt, glücklich, zufrieden und glaubte ich könne alles schaffen und unter einen Hut bekommen (meine Ausbildung, Lernen, Nebenjob, Hund, Familie, Freunde, Hobbys und Vereinsleben). War also wie geschrieben auf einem absolutem hoch und im Nov. brach ich zusammen (körperlich) war fast 4 Wochen krank geschrieben, war für mich die Hölle nicht arbeiten gehen zu können und konnte mich kaum beschäftigen!

Die ersten Diagnosen waren Schilddrüsenunterfunktion also nahm ich Tabletten im Januar waren's dann 3 verschiedene pro Tag (morgens gegen Schilddrüse, mittags für niedrigen Blutdruck und Abends leichte Antidepresiva die mir beim schlafen helfen sollten) und da mein Zustand nicht besser wurde, wurde die Dosis erhöht was zu einer Überdosis führte und ich tagtäglich mit noch stärkeren Schwindelanfällen, Herzrasen, Angstzuständen, Aggressionen, Wutausbrüchen, innere Leere, Konzentrationsschwierigkeiten usw. leben musste. Seit Januar kann ich nur noch zu 50% arbeiten, sitze alle zwei Wochen im Krankenhaus zu allgemeinen Untersuchungen und die Ärzte kommen auf sämtliche Diagnosen die ich nicht habe. Können mir aber nicht sagen was ich habe! Seit dem Nov. ist mir alles egal, ich denke ständig darüber nach, ob ich leben oder sterben möchte und bei dem Letzteren, wie es am einfachsten wäre!

Dabei war ich bis November ein sehr, sehr lebenslustiger Mensch hab immer gern und viel Gelacht und fühlte mich wohl, wenn ich Späße machen konnte und glückliche Menschen um mich hatte. Familie, Freunde, Hund und natürlich meine Ziele, für die ich so gekämpft habe, waren mir so wichtig... und nun ist mir alles egal... ich hab mich von meiner Familie abgekapselt, meine Freunde will ich lieber nicht sehn, weil ich bei keinem Gespräch verstehe, was sie mir erzählen, kann nicht mehr Autofahren, da ich mich nicht konzentrieren kann und ständig erschrecke (hatte seither 2 Unfälle), meinen Nebenjob musstet ich aufgeben und meine Ausbildung, die ich so sehr liebe, kann ich nicht mehr richtig machen, da ich keine Ideen mehr habe und mir meine Arbeitskollegen alles Schritt für Schritt erklären müssen, da ich die einfachsten Dinge wie vergessen habe. Fühl mich depressiv und belüge mich tagtäglich selbst indem, dass ich es mir nicht eingestehen will was wirklich mit mir los ist, will doch nur wieder mein altes Leben zurück und nicht in Selbstmitleid zerfließen.

Aus dem Grund belüg ich auch meine gesamte Umwelt und ziehe mich zurück weil es mir langsam zu anstrengend ist jedem etwas vorzumachen! Dazu kommen noch die körperlichen beschwerden, dass ich fast wöchentlich ein halbes Kilo abnehme (mittlerweile fast 6kg weg) kann nicht mehr essen kann, ohne dass mir schlecht wird. Wenn ich esse, bläht sich mein Bauch wie bei einer Schwangeren auf und, und, und. Die meiste Zeit sitze ich alleine rum und kritzle meine Tagebücher voll und bin dann nur glücklich wenn ich meine Ruhe habe oder Löscher in die Luft starren kann was es bei mir vorher nie gab, war ja eine Powerfrau bei der es nie Pausen und rumhocken gab! Eine Bekannte erzählte mir von diesem Burnout-Syndrom...naja hier kommt meine Ironie

... ich wusste irgendwie von Anfang an, dass die Ärzte nichts rausfinden werden... weis auch, dass ich eine "Großbaustelle" für einen Psychiater wäre (zu viele alte unverarbeitete Erlebnisse), doch ich war immer Einzelkämpfer, wollte denen die mir mein Leben schwer gemacht haben beweisen, dass ich es ganz alleine schaffe und mein Sturkopf trägt auch nicht gerade dazu bei, ärztliche Hilfe anzunehmen!
Allerdings seit ich von diesem Burnout-Syndrom weis und jetzt viel in eurer Hompage gelesen hab, versuche ich mich gerade damit abzufinden, dass es mich wohl oder übel auch erwischt hat und ich doch nicht so stark bin, wie ich immer dachte. Natürlich sagt mir mein Gefühl schon lange, dass ich ärztliche Hilfe brauche, sagen mir auch meine Alpträume jede Nacht. Doch seit meinem 7. Lebensjahr musst ich immer stark sein, habe nie Schwäche gezeigt, nicht Mal als mich mein ehemaliger Chef verprügeln wollte...und dazu kommt noch, dass ich Null vertrauen zu den weißen Blutsaugern (sorry für den Ausdruck) habe, (doch wenn ich nach 6 Monaten noch immer keine Diagnose habe und selbst feststellen muss, dass es dieses Burnout-Syndrom sein könnte, steigert es auch nicht gerade meine Vertrauen!) naja, aber jetzt hab ich einen neuen Kampf mit mir und dieser heißt wohl, dass ich es alleine nie schaffen werde jetzt schon gar nicht mehr und mir auch die Hilfe suchen muss... doch ich bin zu müde um weiter zu kämpfen, hab' keine Kraft mehr und keine Dinge mehr auf die ich mich freuen und an denen ich mich festhalten kann... ein Psychologe fragte mich vor 2 Wochen, was ich machen würde, wenn sich an meinem Zustand nichts ändert (nach den Psychofragen-Motto ist das Glas halb voll oder halb leer!) Ich schämte mich die Wahrheit zu sagen und log ihm frech ins Gesicht; das ich solange kämpfen werde bis es wieder so ist wie vor diesem November

.... keine Ahnung ob es jemals wieder so sein wird doch im augenblick denke ich nicht...