Burnout ist eine den ganzen Körper schwächende Krankheit. Daher zeigen sich Symptome sowohl auf der psychischen, als auch auf der physischen Ebene.
1. Emotionale Erschöpfung
Innere Kündigung - Nichts reizt mehr, fordert heraus und entfacht das früher vorhandene Feuer für eine Sache. Emotionale Desinteresse in nahezu allen Lebensbereichen stellt sich ein. Depersonalisation (reduziertes wird dieser schleichende Prozess des Rückgang von Engagement für in der Fachsprache genannt. Der Tag hat keine Höhen und Tiefen mehr, sondern wird als gleichförmig erlebt und daher gleichgültig nach Terminkalender »abgelebt«. Viele Menschen neigen in diesem Zustand zu zynischen oder sarkastischen Einstellungen. Zunehmend wird alles nur noch in einem negativen Licht gesehen. Zweifel an der eigenen Leistungsfähigkeit kommen auf. Diese werden zu meist mit noch größeren Arbeiteifer versucht zu kompensieren. Ein Erfolg der Bemühungen scheitert jedoch am Mangel an Kreativität und Strapazierfähigkeit des eigenen Geistes, bedingt durch die Krankheit. Hoffnungslosigkeit kommt auf. Man nimmt perspektivisch Abstand von seinem Leben und wechselt in die Zuschauerrolle. Der Betroffene funktioniert nur noch als Automatismus.
- Gefühl der Überforderung
- Versagensängste
- Frustrationen in allen Lebensbereichen
- Aggressionen
- Abbau von Motivation und Kreativität
- Gleichgültigkeit
- Leidenschaftslosigkeit
- häufige Alpträume
- keine Aktion, nur noch Re-Aktion
- Mitmenschen als Objekte behandelnd
- Verlust von Idealismus
- Keinen Ausweg mehr sehend; Hilflosigkeit
- Depressionen
- Zweifel am Lebenssinn
2. Soziale Erschöpfung
Dem Umgang mit Bekannten und Freunden wird immer mehr aus dem Weg gegangen. Soziale Kontakte werden als anstrengend und belastend empfunden. Dies kann so weit gehen, dass es dem Betroffenen sogar nicht mehr möglich ist, ein vernünftiges Gespräch zu führen. Er zieht sich zurück. Gleichzeitig stumpfen sich emotionale Regungen ab (Depersonalisation) und ein Gefühl der Einsamkeit verstärkt sich.
- Widerwillen und Ängste vor dem Umgang mit Menschen
- Reduziertes Durchsetzungsvermögen
- Übertriebene Konfliktvermeidung
- Beziehungskrisen im privaten Bereich
- Gefühl der Einsamkeit
- Verlust von Umsicht
- Nachlassende Teamfähigkeit
3. Körperliche Erschöpfung
Der Körper wurde durch das ständige Ausschütten von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol dauerhaft zu Höchstleistung aufgeputscht. Die Hormone fehlen und der Körper ist nun ermattet. Körperliche Symptome der Überbeanspruchung und anschließender Ermüdung treten auf.
- Andauernde Müdigkeit
- Schlafstörungen
- Geschwächtes Immunsystem
- Muskelverspannungen
- Tinitus
- Herzbeschwerden (erhöhtes Herzinfarktsrisiko)
- Rückenschmerzen
- Verdauungsstörungen
- Bluthochdruck
- Nervöse Ticks
4. Schwächung der Geistesleistung
Die meisten Menschen verbinden mit der Diagnose Burnout insbesondere einen erheblichen Verlust der eigenen Leistungsfähigkeit. Dieser tritt in der zeitlichen Reihenfolge der auftretenden Symptome zuletzt auf. Erst in diesem Moment begreifen die meisten Betroffenen, dass sie in ihrem Leben etwas ändern müssen. Denn erst diese Symptome lassen sich weder durch einen unbändigen Ehrgeiz, noch durch eine gute Portion Koffein oder andere Medikamente überdecken. Sie sorgen dafür das eine normale Arbeitstätigkeit nicht mehr möglich ist.
- Konzentrationsstörung, bis hin zu einem Tunnelblick
- Fähigkeiten komplexe logische Sachverhalte zu durchdringen sinkt
- verschlechtertes Abrufen der eigenen Erinnerungen
- geringere Merkfähigkeit
- Kreativität nimmt deutlich ab
Quelle: Prof. Dr. Matthias Burisch - Das Burnout-Syndrom (Springer 2006)