Was ist nun, wenn die Arbeit keinen sehenswerten Erfolg bringt? Macht sie dann noch Spaß? Eher nicht, sie lässt einen resignieren.
Eine Lehrerin für geistig Behinderte Menschen beispielsweise versucht jeden Tag auf’s Neue, ihren Schülern rechnen beizubringen. Sie übt und übt und übt bis sie schließlich alle Zahlen von eins bis fünf miteinander sicher multiplizieren können. Nach zwei Wochen möchte sie die Grundrechenart "Mal" wiederholen. Die Kinder wissen nichts mehr, haben alles vergessen, was sie ihnen so mühsam beigebracht hat. Sie fängt wieder von vorne an. Und selbst wenn sie weiß, dass in zwei Wochen vielleicht das eine oder andere Kind sich noch erinnern kann, wie viel 5x5 sind, so bleibt der Erfolg dennoch unbefriedigend. Denn Ihre Schüler, egal wie viel Mühe sie sich gibt, werden niemals in ein normales Arbeitsleben integriert werden können. Auf kurze oder lange Zeit, wird sie feststellen müssen, dass sie mit ihrer Arbeit nicht viel bewegen kann.
Noch schwerwiegender wird es, wenn die Arbeit nicht nur sinnfrei scheint, sondern sie noch entgegen der eigenen Überzeugung geradezu „kontrasinnisch“ ist; wenn verlangt wird, dass man seine eigenen ethischen, moralischen oder religiösen Vorstellung direkt zu wider handeln soll.
So zum Beispiel ein privaten Insolvenzverwalter, welcher einen gescheiterten Geschäftsmann nun alles nehmen soll, was ihm an Hab und Gut lieb und teuer geworden war. Vielleicht empfindet er Mitleid für den pleite gegangenen Unternehmer, welcher jahrelang täglich 12 Stunden am Tag schuftete, nur um am Ende zu sehen, wie seine Firma, sein Haus, sein Auto und seine Uhr weit unter Wert verschleudert werden. Dennoch muss es der Insolvenzverwalter ihn alles nehmen.
Oder als weiteres Beispiel ein Geschäftsführer eines Teppichgroßhandels. Er weiß, dass die ganzen Waren, die er aus Indien bezieht Kinderarbeit sind. Und eigentlich kann er es nicht ertragen, ein achtjähriges Kind acht Stunden lang Teppiche knüpfen zu sehen; insbesondere seit dem Moment, wo er selbst Vater wurde. Doch die Wahl zwischen Lebensunterhalt verdienen oder Geschäft schließen stellt defacto keine Wahl dar.
Bei beiden in unterschiedlicher Art sinnlos erscheinende Tätigkeit, lässt die Lust wirklich etwas zu erreichen mit der Zeit immer stärker nach. Die Arbeit verliert jeglichen Hauch an Freude und bleibt am Ende nur noch als belastende Pflicht über.
ID #1004
Zweifel am Sinn der Arbeit
Burn Out Tags: Arbeit, Enttäuschung, Ursachen
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