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Theoretisches über Angehörige - Burnout-Entwicklung aus Sicht der Angehörigen

Die 7-Phasen, von welchen Sie vielleicht schon unter Entwicklungen und Stadien gelesen haben, beinhalteten sukzessive Verhaltensänderungen des Betroffenen. Diese bleiben natürlich auch nicht von seinem Umfeld verborgen. Häufig ist es sogar anders herum: Das Umfeld erkennt in vielen Fällen eher, wie sehr sich der Betroffene verändert und realisiert meistens schneller, in welche gefährliche Situation er sich manövriert. Aus Sicht einer aufmerksamen und sehr nahe stehenden Person, wie zum Beispiel dem Ehepartner könnten sich die Verhaltensänderungen wie folgt darstellen:

1. Vermehrtes Engagement:

Vermehrtest Engagement ist das zentrale Stichwort während der ersten Phase von Burnout. Im Gegensatz zu dem direkt Betroffenen registrieren Angehörige dieses viel stärker aus ihrer Beobachtersicht. Vorstellbare Zeichen für diese Veränderungen könnten wie folgt aussehen:

•    Der Betroffene arbeitet täglich mehrere Stunden extra
•    Er nimmt sich viel mehr Arbeit mit nach Hause als früher
•    Er hat wirklich kaum noch Freizeit
•    Wenn er sich mit mir noch unterhält, so geht es meistens nur um die Arbeit
•    Ich werde weggestoßen, wenn ich ihn von der Arbeit abhalte
•    Mein Partner verbringt kaum noch Zeit mit mir


Anhand dieser Beispiel ist leicht nachvollziehbar, dass nahe Angehörige die Verhaltensänderungen in der Regel deutlich mitbekommen sollten. Eine Ausnahme bilden dabei lediglich jener Teil der Betroffenen, welche schon immer ein solch hohes Arbeitspensum gefahren ist. Wie die Angehörigen jedoch auf solchen Verhalten reagieren, kann im Einzelfall sehr unterschiedlich sein. Denkbar wären:
•    Freude darüber, wie sehr sich der Mensch ins Zeug legt, um an seiner Karriere zu basteln oder anderen zu helfen
•    Er hat weniger Zeit für mich, so kann ich mich auch mehr auf mein Leben konzentrieren
•    Genervt sein, dass er keine Zeit mehr für mich hat, dass das gemeinsame Leben nahezu einschläft und kaum noch etwas gemeinsam unternommen wird
•    Gleichgültigkeit
•    Angst, dass sich der Betroffene überarbeitet
•    Traurig darüber, dass der er nicht mehr lebt sondern nur noch arbeitet
•    Verständnislosigkeit über den Arbeitswahn


2. Emotionaler Rückzug
Nach der Zeit des vermehrten Engagements kommt in der klassischen Burnout-Theorie aus Enttäuschung darüber, dass nicht der Erfolg davon herauskam, welchen er sich davon versprochen hatte, die Resignation. Der Arbeiteinsatz mag in vielen Fällen aus inneren und äußeren Zwängen bestehen bleiben, die Einstellung dazu verändert sich auf jeden Fall. Idealismus und die positive Einstellung zur Arbeit geht verloren. Man hat keine Lust mehr auf die Arbeit und einige haben auch keine Lust mehr auf die Freizeit. Dieser emotionale Rückzug kann bei manchem Betroffenen sehr deutlich sein. Bei anderen wiederum findet er nur im Unterbewusstsein statt und die daraus folgenden Verhaltensauffälligkeiten sind minimal. Schließlich sollte man auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass der Betroffene, wenn er schon immer unzufrieden mit seiner Arbeit gewesen war, nie ein Überengagement gezeigt hat und auch schon seit Ewigkeiten emotional Distanz zu seinen Pflichten aufgebaut hat. Wo sollte man dann Veränderungen sehen? Dies ist zum Beispiel bei Beamten, welche monoton Formulare kontrollieren und diese immer wieder in den Computer eintippen denkbar.

Insgesamt lässt sich konstatieren, dass der emotionale Rückzug für Angehörige weit schwerer wahrnehmbar ist, als das vermehrte Engagement. In etlichen Fällen lässt dieser sich dennoch klar erkennen.


3. Geistiger Abbau
Mit dem Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit beginnt das eigentliche Burnout. Diese drastischen Veränderungen werden von Angehörigen meist sehr viel schneller vorgehend beschrieben, als die Beiden anderen Schritte zu vor. In der Tat ist es so, dass in den meisten Fällen der „geistige Verfall“ innerhalb weniger Wochen sich vollzieht. Nahezu schlagartig. Ebenfalls wird meist erst ab diesen Zustand den Angehörigen klar, in welche schwierige Situation sich der Betroffene manövriert hat. Steht nun dank eindeutiger Symptome oder einer ärztlichen Diagnose fest, dass der Betroffene definitiv unter Burnout leidet, so müssen sich auch unter den engsten Angehörigen Reaktionen darauf zeigen. Als die wichtigsten sehe ich dabei die folgenden an:
1.    Versuchen zu helfen
2.    Gleichgültigkeit – „Was gehen mich Deine Problem an“
3.    Verständnislosigkeit – „So ein Psychokram, der soll sich Mal ein bisschen Zusammenreisen“
4.    Wut – „Wenn der so weiter macht, versaut der uns noch die ganze finanzielle und beziehungsmäßige Zukunft!“

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Burn Out Tags: Angehörige

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