Viele Menschen scheuen sich, ihren Hausarzt aufzusuchen, um ihm zu sagen "Ich kann nicht mehr klar denken!". Vielleicht, weil sie befürchten, ihre Probleme wären es nicht wert, um einen Arzt damit zu belästigen oder vielleicht, weil sie nicht davon ausgehen, Hilfe von ihm in einer für sie so fremden Angelegenheit zu bekommen? Erst wenn manche Betroffene gar keinen Ausweg mehr sehen, überwinden sie sich dazu. Zeit durch herauszögern verstreichen zu lassen, ist bei Burnout jedoch absolut nicht hilfreich. Veränderungen müssen her und der Psychotherapeut, Psychiater, Verhaltenstherapeut, Neurologe oder Ergotherapeut, zu welchen sie danach aller Wahrscheinlichkeit überwiesen werden, kann sie mit seinem Wissen und seiner Erfahrungen direkt mit der Nase darauf stupsen.
Kleines Ärztelexikon
Hausarzt : Zu diesem sollten Sie zunächst gehen, um eine Überweisung zu einem der folgenden Fachärzte zu bekommen.
Psychologe: Erwarb mit einem Universitätsstudiengang die Grundlagen der Psychologie. Alleine mit diesem Studium kann man in der Regel nicht als Arzt tätig sein, da er nicht von den Krankenkassen akzeptiert wird. Psychologen finden sich häufig in Wirtschaft und Wissenschaft.
Psychotherapeut: Hier unterscheidet man zwischen einem ärztlichen Psychotherapeuten, einem psychologischen Psychotherapeuten und Psychotherapeuten mit einer Heilerlaubnis zur Ausübung von Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz (HPG).
- Der ärztliche Psychotherapeut hat ein abgeschlossenes medizinisches Studium mit einer Facharztausbildung für Psychiatrie und Psychotherapie. Andere Ärzte können ebenfalls psychotherapeutisch tätig sein. Dies sind Fachärzte für Psychotherapeutische Medizin oder Ärzte anderer Fachrichtungen, die eine dreijährige Weiterbildung in Psychotherapie absolviert haben und eine bestandene Prüfung als Facharzt in einem anderen Gebiet abgelegt haben.
- Der psychologische Psychotherapeut besitzt ein abgeschlossenes Psychologiestudium und absolvierte ein Aufbaustudium zur Psychotherapie. Mit diesem dreijährigen Aufbaustudium darf er anerkannte Therapien anbieten. Der Psychotherapeut kann nur durch Gespräche behandeln und darf keine Medikamente verschreiben, da ihm das Medizinstudium fehlt.
- Der Psychotherapeut mit einer Heilerlaubnis zur Ausübung von Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz (HPG) hat diese nach einer Prüfung vom Gesundheitsamt erhalten. Ein Studium ist hierzu nicht erforderlich. Diplom-Psychologen mit "Klinischer Psychologie" als Prüfungsfach erhalten diese Erlaubnis ohne Prüfung. Bedingt durch die verschiedenen Ausgangsvoraussetzungen gibt es in dieser Gruppe hervorragend als auch kaum qualifizierte Therapeuten. Hier sollte man sich vor Aufnahme einer Therapie eingehend informieren.
Neurologe und Psychiater: Er ist im Besitz eines abgeschlossenen Medizinstudiums und darf aus diesem Grunde Medikamente verschreiben. Daher besteht sein Hauptaufgabenfeld, psychische Erkrankungen zu behandeln deren Ursache in ein physischen Dysfunktion liegen. Denkbar währen zum Beispiel eine Verschreibung von Antidepressiva um einen zu niedrigen Serotoninspiegel (Serotonin wird gerne als Glückshormon des Menschen bezeichnet) zu heben.
Ergotherapeut: Übersetzt wird dieser Berufstitel mit Beschäftigungs- und Arbeitstherapeut. Im wesentlichen versucht dieser anhand von konkreten Beschäftigungen wie Basteln oder Spielen eine Einstellungs- und Verhaltensänderung zu erzielen. Durch die Ausbildung und seinen zwischenmenschlichen Fähigkeiten ist es ihm jedoch auch meist möglich durch Gespräche eine Heilung zu erzielen. Da es für gesetzlich versicherte Patienten häufig schwierig ist, Termine bei den chronisch überfüllten Psychotherapeuten zu erhalten, stellen Ergotherapeuten eine mögliche Übergangslösung dar. Des Weiteren können Sie auch parallel zu einer Psychotherapie verschrieben werden.