In der Partnerschaft mit dem Burnout Betroffenen

Erkranken Partner am Burnout, stehen die betroffenen Angehörigen oft vor einem großen Problem. Denn nicht nur vor dem Burnout Belasteten liegt eine schwere Phase. Auch Sie als Angehöriger sollten sich auf die anstrengende Zeit einstimmen. Oftmals wissen Angehörigen nicht, wie sie der neuen Situation entgegentreten sollen. Sie wollen ihrem Partner helfen, können jedoch oft die Krankheit Burnout kaum nachempfinden. Wenn Sie sich in fruchtlose Bemühungen verstricken geraten sie schnell an ihre eigenen Grenzen.

Eine Zerreißprobe für die Partnerschaft

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Das Burnout kann eine Zerreißprobe für Ihre Partnerschaft werden

Selbst in stabilen Beziehungen kann ein Burnout für massive Schwierigkeiten sorgen. Ihr Partner ist nicht mehr belastbar und niedergeschlagen. Er zieht sich zurück und sie haben kaum noch Zugang zu ihm. An einen normalen Alltag mit angenehmen Freizeitaktivitäten ist nicht mehr zu denken. Stattdessen erfahren Sie, dass Ihnen Ihr Partner immer mehr aus dem Weg geht. Oftmals gelangen Sie durch dieses Verhalten an Ihre eigenen Grenzen.

Und dennoch ist es von großer Bedeutung, Ihren Partner nicht zusätzlich zu bedrängen. Auf der anderen Seite dürfen Sie sich von der Krankheit auch nicht an den Rand der Partnerschaft drängen lassen. Ihr Partner braucht viele Freiräume, er nimmt sie sich und setzt Grenzen, die sie außen vor lassen. Der Partner denkt egoistisch bezüglich seines eigenen Alltags und plant Sie nicht mit ein. Selbst telefonieren ist für ihn schon zu zeitraubend.

Wege für den gesunden Partner

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Burnout-Partnerschaft: Gehen Sie auf Ihren Partner ein

Wie können Sie einer solch offenbar ablehnenden Haltung begegnen? Vergegenwärtigen Sie sich, dass Ihr Partner in großer Not ist und seelische Qualen leidet. Seien Sie großzügig und verständnisvoll, doch achten Sie darauf, nicht zum Spielball zu werden. Sie haben auch Bedürfnisse und Wünsche und die sollten Sie auch äußern.

Natürlich braucht der Partner mehr Unterstützung als sonst. Doch versuchen Sie, dass seine Krankheit nicht auch Ihren gesamten Alltag bestimmt. Das wäre kontraproduktiv und drängt sie in eine Position, die sie ebenfalls in einen stressvollen Zustand versetzt. In erster Linie sollten Sie auf Verständnis und offene Kommunikation setzen. Sprechen Sie über Ihre Gefühle und signalisieren sie Ihrem Partner, dass Sie an seiner Seite sind. Ein Burnout ist eine starke Belastung, kann jedoch auch eine Chance sein. Viele Beziehungen wachsen daran und werden noch fester und inniger als zuvor.

Burnout-Partnerschaft: Unsere Tipps

Leidet der Partner oder die Partnerin unter einem Burnout, ist das auch für den Angehörigen eine enorme Belastung. Für die Probleme, die in solch einer Beziehung entstehen können, gibt es keine Universal-Lösung. Das Wichtigste in dieser Beziehung ist Geduld, Akzeptanz und Toleranz.

Wir haben uns auf die Suche nach den besten Tipps und Tricks gemacht. Nachfolgend finden Sie diese aufgelistet:

Hören Sie zu

Gehen Sie auf Ihren Partner/Ihre Partnerin zu und bieten Sie ein offenes Ohr an. Der Betroffene ist meistens in seiner Gefühlswelt gefangen. Reden fällt dem Betroffenen daher meistens schwer. Das Resultat hieraus kann ein noch extremeres Abdriften sein. Aus diesem Grund ist es immer wichtig, den Betroffenen an- und zuzuhören.

Seien Sie informiert

Wissen schafft Kontrolle. Deshalb ist es empfehlenswert, dass Sie sich über das Burnout-Syndrom informieren. Lernen Sie alles über die Burnout-Symptome, die verschiedenen Phasen und Ursachen.

Seien Sie geduldig

Eine Beziehung mit einem Burnout-Betroffenen kann sehr schwierig und anstrengend sein. Trotzdem ist es wichtig, die Geduld beizubehalten. Vorwürfe oder Streitereien wirken sich keinesfalls positiv auf das Problem aus.

Loben Sie Ihren Partner

Burnout-Betroffene versinken oft in Selbstzweifel. Sie denken, dass sie nichts auf die Reihe bekommen. Betroffene sind die größten Kritiker in ihrer eigenen Person. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass der Partner auch für Kleinigkeiten gelobt wird. Das bringt den Betroffenen dazu, wieder etwas mehr an sich zu glauben.

Starten Sie gemeinsame Unternehmungen

Unternehmungen sind bei der Behandlung des Burnouts essenziell. Beteiligen Sie sich aktiv am Heilungsprozess, indem Sie mit dem Partner Zeit verbringen. Gehen Sie ins Kino oder laden Sie ihn zum Essen ein. Wichtig ist, dass sie eine mögliche Reizüberflutung ausschließen. Gehen Sie mit dem Betroffenen nicht an Orte, die mit Menschenmassen überfüllt sind. Ein ausgiebiger Spaziergang im Wald ist produktiver als beispielsweise ein Disko-Besuch.

Suchen Sie professionelle Hilfe

Ein Burnout ist äußerst kompliziert. Um aus dem Teufelskreis herauszukommen, bedarf es immer Fachkenntnisse. Sie können Ihren Partner aktiv unterstützen. Aber sie können ihn nicht heilen. Suchen Sie deshalb professionelle Hilfe. Ihr Partner wird dies ablehnen. Doch versuchen Sie ihn zu überreden. Üben Sie hierbei keinen Druck aus und überreden Sie ihn ruhig, indem Sie ihm Mut zusprechen.

Üben Sie keinen Druck aus

Burnout-Erkrankte sind meistens in der Defensive. Aus diesem Grund ist es wichtig, keinen Druck auszuüben. Durch Druck verstärkt sie der Stress. Der Betroffene versteckt sich mehr und mehr. Somit kommen Sie immer schwieriger an ihn heran.

Erwarten Sie keine großen Schritte

Burnout ist ein langatmiger Prozess. Bei diesem Prozess bedarf es Geduld, Geduld und noch mehr Geduld. Fordern Sie deshalb nicht so viel von einem Betroffenen. Akzeptieren Sie die kleinsten Schritte und loben Sie den Partner dafür. Nur so kann er ermutigt werden, größere Schritte zu gehen.

Nehmen Sie Suizid-Ankündigungen ernst

Manchmal denkt der Betroffene keinen Ausweg mehr zu haben. Das einzig logische für ihn in dieser Situation ist die Wahl des Freitods. Achten Sie auf Anzeichen und nehmen Sie mögliche Suizid-Ankündigungen ernst. Wenden Sie sich in diesem Fall an die psychiatrische Notfall-Ambulanz in Ihrer Nähe.

Achten Sie auch auf sich

Eine Partnerschaft mit einem Burnout-Betroffenen zerrt an den Kräften. Oftmals wird dem gesunden Partner die restliche verfügbare Energie entzogen. Bitte achten Sie auch auf sich selbst. Es bringt Ihnen und Ihrem Partner nichts, wenn sie vielleicht selbst an einem Burnout erkranken.

Nehmen Sie Hilfe für Angehörige wahr

Zum Glück gibt es zahlreiche Angebote für Angehörige von Burnout-Erkrankten. Nehmen Sie diese Hilfe unbedingt an.

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