Selbstwertgefühl aufbauen im Burnout

Ein ganz bestimmender Teil des Burnouts ist das geminderte Selbstwertgefühl des Betroffenen. Doch was ist eigentlich das Selbstwertgefühl? Diese Frage sollten Sie als Betroffener oder Angehöriger klären.

Im Allgemeinen werden die Begriffe Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein & Co. miteinander vermischt. Doch es ist ganz und gar nicht dasselbe. Das Selbstwertgefühl bedeutet eine Wertschätzung der eigenen Person. Vom Burnout betroffene Personen haben kein Gefühl mehr dafür, ob sie ihren Selbstwert richtig einschätzen. Deshalb drücken sie ihre Unsicherheit mehr oder weniger deutlich mit Handlungen oder Fragen aus. Handlungen und Fragen, die im Kern nach Aufmerksamkeit und Bestätigung suchen. „Magst du mich?“, wäre die direkte Übersetzung dafür.

Der Betroffene selbst würde diese Fragen ohne Zögern mit einem klaren “Nein” beantworten. Das eigene Selbstwertgefühl von Burnout Patienten ist entsprechend gering. Nicht zwingend ist auch ein gestörtes Selbstbewusstsein damit verbunden. Gerade in der Anfangsphase eines beginnenden Burnouts ist das Selbstbewusstsein übersteigert.

Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen

Bevor wir uns den Kernpunkten des Artikels widmen, klären wir was genau unter folgenden Begriffen zu verstehen ist.

  • Selbstwertgefühl
  • Selbstbewusstsein
  • Selbstvertrauen

Bei einem Burnout-Betroffenen sind in der Regel alle dieser Eigenschaften gemindert. 

Selbstwertgefühl

Bei dem Selbstwertgefühl handelt es sich um Emotionen zwischen einer Person und seiner Umwelt. Das Selbstwertgefühl definiert, wie man sich selbst einschätzt. Es kennzeichnet ebenfalls das Empfinden über die momentane Situation.

Selbstbewusstsein

Das Selbstbewusstsein wird oft mit dem Selbstwert oder dem Selbstvertrauen verwechselt. Letztendlich ist es aber der Zustand, der zeigt, wie sich die Person über sich selbst bewusst ist. Bei einem guten Selbstbewusstsein kennt die Person ihre Stärken und Schwächen. Sie ist sich ebenfalls darüber bewusst, was sie im Leben erreichen möchte. Eine selbstbewusste Person kennt sich gut und weiß was für sie selbst wichtig ist.

Selbstvertrauen

Verfügt eine Person über ein hohes Selbstvertrauen, kann das förderlich für die Verhinderung eines Burnouts sein. Das Selbstvertrauen kennzeichnet nämlich, inwieweit eine Person in seine Fähigkeiten und Kenntnisse vertraut. Beim Selbstvertrauen versteht man auch das Vertrauen in die eigene Person.

Unzufriedenheit und fehlende Selbsteinschätzung während eines Burnouts

Das Selbstwertgefühl eines Burnout-Betroffenen ist also gemindert. Deshalb ist es wichtig anzuerkennen, dass Betroffene grundlegend unzufrieden sind. Sie sind unzufrieden mit:

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Betroffene sind häufig unzufrieden
  • Beziehungen,
  • ihren Erfolgen,
  • ihren Mitarbeitern oder Freunden,
  • mit ihrem Gesundheitszustand oder
  • anderen Umständen.

Zunächst war die Unzufriedenheit nur auf einige Teile ausgedehnt. Doch mit dem Fortschreiten der Krankheit wird die Unzufriedenheit immer größer.

So sollten Angehörige reagieren

Angehörige müssen jetzt besonders sensibel vorgehen. Das Schwierige ist, das Selbstwertgefühle in der Person selbst verankert sind. Als Außenstehender können Sie diesen Selbstwert zwar nicht direkt erreichen, jedoch haben Sie ein wirksames Vehikel zur Hand. Ein Vehikel, um dem Betroffenen Material zu geben, dass ihm dabei hilft, sein eigenes Selbstwertgefühl zu kräftigen.

Kurz gesagt: Loben Sie! Zählen Sie die Erfolge auf, nennen Sie Fähigkeiten und Besonderheiten. Genau das ist es, was ein Betroffener benötigt. Natürlich sollten Sie nicht übermäßig Lobpreisungen aussprechen. Tätigen Sie auch keine unrealistischen Aussagen. Wichtig sind viele kleine positive Aussagen. Zollen Sie angemessen Respekt und zeigen Sie bestärkende Anerkennung.

Denkbar wären zum Beispiel folgende Sätze:

Du hast gestern Abend wunderbar gekocht. Das liebe ich an dir.

Die Kinder haben die schon den ganzen Tag vermisst und freuen sich, dass du endlich zu Hause bist.

Ich hätte diesen langen Wanderweg niemals geschafft. Das ist bewundernswert.

Wenn es gelingt, eine vertrauensvolle Basis herzustellen, können Sie einen Schritt weitergehen. Sie können dann auch offen das Thema Burnout ansprechen. Zeigen Sie dem Betroffenen, dass es gut wäre einen Weg der Selbstwertgefühl-Verstärkung zu finden. Denn damit lassen sich die Konsequenzen des Burnouts mindern.

Wichtige Tipps zum Thema “Selbstwertgefühl aufbauen”

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Das Vorhandensein vom Selbstwertgefühl begünstigt das Glück

Fast am Ende des Artikels angekommen, werden wir Ihnen noch hilfreiche Tipps zur Verfügung stellen. Tipps, mit denen Sie Ihr Selbstwertgefühl aufbauen können. Vertrauen Sie in diese Tipps und geben Sie Ihnen eine Chance. Befinden Sie sich bereits in einer Therapie, können Sie auch Ihren Therapeuten auf dieses Thema ansprechen. Bitten Sie ihn, dass er mit Ihnen Ihr Selbstwertgefühl steigert.

Tipp # 1 Vergleichen Sie sich nicht mit anderen

Versuchen Sie auf sich zu vertrauen. Ein Vergleich mit anderen Personen ist hierbei kontraproduktiv. Halten Sie sich stets vor Augen: Sie sind nicht die anderen. Definieren Sie sich nicht aufgrund anderer Personen. Sie sind eine eigenständige Person mit wundervollen Eigenschaften. Sie machen alles richtig.

Vergleiche sollten der Vergangenheit angehören. Meistens können Personen nicht mal angemessen miteinander verglichen werden. Lebensumstände, erlernte Fähigkeiten und die persönliche Situation spielen immer eine Rolle.

Tipp # 2 Akzeptieren Sie Ihre Einzigartigkeit

Ja, Sie haben richtig gehört. Sie sind einzigartig! Ihr Leben, Ihre Erlebnisse, Ihre Begabungen, Ihr Charakter, Ihr Aussehen – das alles ist einzigartig. Sie sind gut, so wie Sie sind. Nein, viel eher: Sie sind perfekt, so wie Sie sind. Versuchen Sie sich das vor Augen zu halten.

Tipp # 3 Akzeptieren Sie sich selbst

Wir wissen, dass dies ein schwieriger Schritt ist. Es ist aber gleichzeitig auch ein Schritt, der sich auszahlen wird. Akzeptieren Sie sich und akzeptieren Sie Ihre Person, Ihre Fähigkeiten, Ihre Stärken. Akzeptieren Sie aber auch Ihre Fehler und Schwächen. Ihre Fehler und Schwächen sind es nämlich, die Sie zu etwas Besonderem machen.

Tipp # 4 Definieren Sie den Perfektionismus neu

Die Gesellschaft drängt einem dazu, perfekt zu sein. Doch der Perfektionismus schadet die Person nur in Ihrem Selbstwertgefühl. Wir können kann nämlich sagen: Es gibt kein “perfekt“. Es gibt immer wieder Fehler und andere Kleinigkeiten, die dafür sorgen, dass man letztendlich nicht perfekt ist. Und das ist auch gut so!

Definieren Sie den Perfektionismus einfach neu. Seien Sie perfekt – und zwar mit all Ihren Ecken und Kanten!

Tipp # 5 Übernehmen Sie Verantwortung

Seien Sie verantwortungsvoll. Dies stärkt Ihr Selbstwertgefühl enorm. Seien Sie für sich und Ihre Reaktionen verantwortlich. Haben Sie derzeit noch keine Verantwortungen zu tragen, können Sie sich kleine Tätigkeiten suchen. Tätigkeiten, die Ihnen das Gefühl von Verantwortung geben.