Selbstwertgefühl aufbauen im Burnout

Selbstwertgefühl aufbauen im Burnout
Das Selbstwertgefühl muss bei Burnout-Patienten erst wieder aufgebaut werden.

Ein ganz bestimmender Teil eines Burnouts ist das verminderte Selbstwertgefühl des Betroffenen. Doch was ist eigentlich Selbstwertgefühl? Diese Frage sollten Sie trennscharf klären, bevor Sie als Angehöriger handeln sollten.

Im Allgemeinen werden die Begriffe Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein miteinander vermischt. Doch es ist ganz und gar nicht dasselbe. Das Selbstwertgefühl bedeutet eine Wertschätzung der eigenen Person. Vom Burnout betroffenen Personen haben kein Gefühl mehr dafür, ob sie ihren Selbstwert richtig einschätzen. Deshalb drücken sie ihre Unsicherheit mehr oder weniger deutlich mit Handlungen oder Fragen aus, die im Kern nach Aufmerksamkeit und Bestätigung suchen. „Magst du mich?“, wäre die direkte Übersetzung dafür. Der Betroffene selbst würde diese Fragen ohne Zögern mit einem klaren “Nein!” beantworten. Das eigene Selbstwertgefühl von Burnout Patienten ist entsprechend gering. Nicht zwingend ist auch ein gestörtes Selbstbewusstsein damit verbunden. Gerade in der Anfangsphase eines beginnenden Burnouts ist das Selbstbewusstsein übersteigert. Warum sonst würden sich die Betroffenen so viel zutrauen und glauben, fast übermenschliches zu schaffen? Ein solches pauschales Urteil würde den meisten von Burnout bedrohten Menschen jedoch nicht gerecht werden.

Unzufriedenheit und fehlende Selbsteinschätzung während eines Burnouts

Nachdem deutlich ist, dass das Selbstwertgefühl eines Burnout Patienten vermindert ist, ist es auch folgerichtig anzuerkennen, dass diese Menschen grundlegend unzufrieden sind. Sie sind unzufrieden mit:

  • ihren Beziehungen,
  • mit ihren Erfolgen,
  • mit ihren Mitarbeitern oder Freunden,
  • mit ihrem Gesundheitszustand oder
  • anderen Umständen.

Zunächst war die Unzufriedenheit nur auf einige Teile ausgedehnt, doch mit dem Fortschreiten der Krankheit wird die Unzufriedenheit immer größer.

Angehörige müssen jetzt besonders sensibel vorgehen. Das Schwierige ist, das Selbstwertgefühle in der Person selbst verankert sind. Als Außenstehender können Sie diesen Selbstwert zwar nicht direkt erreichen, jedoch haben Sie ein wirksames Vehikel zur Hand, um dem Betroffenen Material an die Hand zu geben, dass ihm dabei hilft, sein eigenes Selbstwertgefühl wieder zu kräftigen. Kurz gesagt: Loben Sie! Zählen Sie die Erfolge auf, nennen Sie Fähigkeiten und Besonderheiten. Genau das ist es, was der vom Burnout betroffener Mensch benötigt. Natürlich sollten Sie nicht wahllos irgendwelche Eigenschaften herausgreifen, übermäßige Lobpreisungen aussprechen und unrealistische Aussagen tun. Wichtig sind viele kleine positive Aussagen. Zollen Sie angemessen Respekt und zeigen Sie bestärkende Anerkennung.

Denkbar wären zum Beispiel folgende Sätze:

  • Du hast gestern Abend wunderbar gekocht. Das liebe ich an dir.
  • Die Kinder haben die schon den ganzen Tag vermisst und freuen sich, dass du endlich zuhause bist.
  • Ich hätte diesen langen Wanderweg niemals geschafft. Das ist bewundernswert.

Wenn es ihnen gelingt, eine vertrauensvolle Basis herzustellen, auf die sich der Betroffene verlassen kann, können Sie einen Schritt weitergehen. Sie können dann auch offen das Thema Burnout ansprechen und sagen, dass Burnout heißt, permanent unzufrieden mit sich zu sein. Deshalb wäre es gut für den Betroffenen, wenn er für sich alleine einen Weg fände, um sein Selbstwertgefühl aktiv zu stärken. Wenn er dabei Ihre Begleitung wünscht, sind Sie selbstverständlich zur Stelle.

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