Die private Krankenversicherung: Leistungen bei Burnout

Um Burnout zu heilen, gibt es einen wahren Blumenstrauß an Möglichkeiten. Da es sich bei Burnout nicht um ein klares Krankheitsbild handelt, wie etwa bei einem Knochenbruch, können die Maßnahmen, die zur Heilung führen, vielfältig sein.

Allein die Psychotherapie ermöglicht eine ambulante, eine stationäre und eine medikamentöse Therapie. Hinzu kommen Maßnahmen, die zu einer ganzheitlichen Heilung (und nicht nur zur Behandlung der Symptome) nötig sind. Ein offener Umgang mit der Erkrankung, die Kommunikation darüber im Familienkreis und im sozialen Umfeld sowie ein strukturierter Tagesablauf sind wichtige strukturelle Details, die auf dem Weg zur Heilung nötig sind. Auch die Unterstützung durch pflanzliche Präparate, eine Ernährung, die den Tryptophan- und Serotoningehalt anhebt, sowie Massagen und Bäder, die ein positives körperliches Empfinden bewirken, können hilfreich sein, um der Krankheit die Stirn zu bieten. Welche Leistungen an dieser Stelle die private Krankenversicherung übernehmen könnte, verrät der folgende Beitrag.

Diese Vorteile der privaten Krankenversicherung kommen bei Burnout zum Tragen

Massagen

Massagen, die häufig eine wichtige Ergänzung zur Burnout-Therapie darstellen, fallen aus Sicht der privaten Krankenversicherer in die Rubrik der Heilmittel – und werden erstattet. Bild: pixabay.com © Mariolh (CC0 Public Domain)

Die private Krankenversicherung wird oft verkannt. Lange Zeit galt die private Krankenversicherung als Versicherung für Beamte und Besserverdiener. Ein Blick auf die Leistungen der privaten Krankenversicherung zeigt jedoch, dass diese Versicherung vor allem dann eine gute Wahl ist, wenn individuelle Leistungen im Gesundheitssystem in Anspruch genommen werden sollen, die die gesetzliche Krankenversicherung im Standardpaket nicht bereitstellt. Deswegen profitieren gerade Menschen, die an einem Burnout erkrankt sind, von diesen Vorteilen der privaten Krankenversicherung:

  • Die Versicherungsleistungen können individuell gestaltet werden. Das heißt, dass die Leistungen, die über die der gesetzlichen Krankenversicherung hinausgehen, individuell festgelegt werden können. Einige private Krankenversicherungen ermöglichen es, präventive Maßnahmen zu refinanzieren, andere wiederum bieten in der Kategorie der individuellen Leistungen Heilmittel an. Hierunter fallen beispielsweise auch Massagen, die Teil einer Burnout-Therapie sein können.
  • Ein Zugriff auf neue Heilverfahren ist in der privaten Krankenversicherung möglich. Den klassischen Leistungskatalog, den die gesetzlichen Versicherungen haben und nach dem sie für Leistungen aufkommen, gibt es bei der privaten Krankenversicherung nicht. Stattdessen umfassen einige private Krankenversicherung auch alternative Heilverfahren. Denkbar ist beispielsweise der Einsatz von Therapien aus der traditionellen, chinesischen Medizin.
  • Medikamente gibt es für Privatversicherte ohne Zuzahlung. Gerade die medikamentöse Therapie, die bei einer Burnout-Erkrankung ein wichtiger Baustein sein kann, kann für gesetzlich Versicherte häufig recht teuer sein. Privatversicherte erhalten Medikamente hingegen ohne Zuzahlung.
  • Privatversicherte dürfen Arzt und Krankenhaus frei wählen. Nicht immer ist direkt vor Ort der Profi in Sachen Burnout zu finden – dann haben Privatversicherte einen Vorteil, weil sie per Versicherung die freie Arzt- und Krankenhauswahl haben.

Relevante Leistungen für Burnout-Patienten

Von den soeben genannten Vorteilen, von denen alle Privatpatienten profitieren, profitieren auch Burnout-Patienten in der beschriebenen Art und Weise. Darüber hinaus lässt sich beobachten, dass gesetzlich Versicherte nur eine bestimmte Anzahl an psychotherapeutischen Sitzungen bezahlt bekommen, bevor sie selbst eine Zuzahlung leisten müssen. Bei Privatpersonen bleibt die Erhebung der Zuzahlung hingegen aus.

Mit Blick auf die Heilmittel gelten ähnliche Regeln: Häufig werden nur Therapievorkommen anerkannt, die von einem Arzt ausgehen. Privatversicherte dürfen hingegen auch Heilmittel in Anspruch nehmen, die von einem Therapeuten angeboten werden. Denkbar ist sogar die Übernahme von Coaching-Gesprächen, die dabei helfen, ein effektives Zeitmanagement aufzusetzen, Ruhephasen einzuplanen und Freizeit zur Regeneration zu nutzen, die Arbeitszeiten zu reduzieren und einfach einmal „nein“ zu sagen.

Zum Vergleich: Das sind die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung

Therapien

Der Gang zum Psychotherapeuten ist ein wichtiger Schritt für Menschen mit Burnout. Allerdings warten gesetzlich Versicherte oft lange auf einen Therapieplatz. Bild: pixabay.com © geralt (CC0 Public Domain)

Natürlich lässt auch die gesetzliche Krankenversicherung keinen Patienten mit Burnout mit seiner Krankheit allein, allerdings gibt es viele Leistungen nur in eingeschränkter Form.

  • A mbulante und stationäre Psychotherapien werden vollumfänglich bezahlt, wenn der Psychotherapeut eine Kassenzulassung hat. Die Wahl eines Psychotherapeuten ist dadurch deutlich eingeschränkt, allerdings gewährt die gesetzliche Krankenversicherung Probesitzungen vor der eigentlichen Therapie. Lässt sich kein Therapieplatz bei einem zugelassenen Therapeuten finden, kann eine Ausnahmeregelung beschlossen werden („außervertragliche psychotherapeutische Behandlung“, vgl. Sozialgesetzbuch §13).
  • Damit die gesetzliche Krankenversicherung eine Psychotherapie bezahlt, muss eine Erkrankung diagnostiziert sein – also eine Neurose, eine Depression oder eine andere psychische Störung. Die Diagnose der Störung und der Antrag an die Krankenkasse können aus der Feder des zugelassenen Therapeuten stammen; eine Überweisung vom Hausarzt ist nicht nötig.
  • Bis ein Therapieplatz bei einem Psychotherapeuten frei wird, kann es mitunter einige Zeit dauern, was für Kassenpatienten bedeutet, dass sie warten müssen – oft sogar sechs Monate. Privatpatienten kommen hier deutlich schneller zu einem Therapieplatz.
  • Einige gesetzliche Krankenkassen haben mittlerweile ein Programm zur Burn-out-Prävention aufgesetzt, das die Teilnahme an Seminaren und Kursen rund ums Thema Entspannung und Stressmanagement ermöglicht. Häufig gibt es allerdings nur einen Zuschuss seitens der gesetzlichen Krankenversicherung.