Wenn sich plötzlich alles dreht – wie mit Schwindel im Burnout umgehen?

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung FAS berichtet in ihrer neuesten Ausgabe (25.10.2020) von den Ergebnissen der Nako-Gesundheitsstudie zur Auswirkung von Corona auf die Gesundheit. Laut der Studie leidet insbesondere die Altersgruppe der 20- bis 50-Jährigen psychisch sehr stark unter den sozialen und ökonomischen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Angst, Burnout und Depressionen sind auf dem Vormarsch. Nicht selten mit im Gepäck: unangenehmer bis gefährlicher Schwindel. Im folgenden Artikel erfahren Sie, wie sich Schwindel im Burnout äußert und was Betroffene dagegen unternehmen können.

Typische Merkmale eines Burnout

Burnout ist die Folge von lange anhaltendem, chronischem Stress. Sobald die bewährten Kompensationsstrategien – ausreichend Schlaf, genügend Entspannung, ein funktionierendes soziales Umfeld – nicht mehr greifen, reagiert der menschliche Körper mit einer permanent aktivierten Flucht-Kampf-Reaktion. Dieses Überbleibsel aus der Urzeit der Menschheitsgeschichte sorgt dafür, dass wir uns ständig wie unter Strom und zugleich innerlich zunehmend leerer und abgestumpft fühlen. Ein Burnout entsteht häufig aufgrund hoher Arbeitslast in Kombination mit einem ungesunden sozialen Umfeld. Er äußerst sich emotional, psychisch und physiologisch. Typische Merkmale sind Lustlosigkeit, Konzentrationsstörungen, Nicht-abschalten-Können, Erschöpfbarkeit, Reizbarkeit und Schwindel.

Was hat Schwindel mit Burnout zu tun?

Schwindel gehört neben den oben aufgeführten Merkmalen zu den typischen körperlichen Symptomen eines Burnout. Betroffene berichten von einer Art Benommenheitsschwindel. Das Gefühl, auf unsicherem Boden zu stehen, führt in Verbindung mit psychosomatischen Sehproblemen zu einer großen Beeinträchtigung und Gefährdung im Alltag. Ebenfalls wichtig: Betroffene erleben nicht selten eine lange Odyssee von Arzt zu Arzt, ehe sie die zutreffende Diagnose erhalten: Schwindel aufgrund von Burnout. Doch wo – abgesehen von der Arztpraxis – findet man Hilfe bei Schwindel und Benommenheit? Die Antwort: Es gibt mittlerweile auch im Netz einige gute Seiten, auf denen Sie als Betroffener Hilfe erhalten. Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie die Zeit bis zu einem Facharzttermin überbrücken müssen. Hilfreiche Tipps und Hinweise – etwa zu Fachbüchern über Schwindel oder zu Übungen, die bei Benommenheit im Burnout helfen – gehören zu den Merkmalen jeder guten Informationsseite zum Thema Schwindel.

Welche begleitenden Symptome gibt es bei Schwindel?

Psychische bedingter Schwindel – wie er etwa im Rahmen einer Burnout-Erkrankung vorkommt – geht häufig mit einer Fülle von anderen Symptomen einher. Treffen mehrere dieser Symptome auf Sie zu, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich bei Ihrer Erkrankung tatsächlich um Schwindel als Folge eines Burnout handelt. Typisch sind zum Beispiel Angstattacken, Schlaflosigkeit, Übelkeit ohne körperliche Ursache und Appetitlosigkeit. Ebenfalls interessant: Schwindelattacken als Folge oder Begleiterscheinung eines Burnout treten nicht nur einmalig, sondern regelmäßig auf – oft in sich wiederholenden Situationen wie zum Beispiel bei der Fahrt zur Arbeit.

Drei Tipps gegen akuten und chronischen Schwindel

  • Atmen Sie ruhig und bewusst – durch die Nase ein, in den Bauch hinein und durch den Mund aus
  • Legen Sie sich in Rückenlage hin – Kopf, Arme und Rumpf auf dem Boden, die Füße hochgelagert
  • Wenden Sie sich an eine Selbsthilfegruppe und an eine spezialisierte Schwindelambulanz.
Christian Finke