Definition des Burnouts

Burnout ist vielen Menschen ein Begriff. Doch was genau versteht man unter einem Burnout? Die Definition des Burnouts ist nicht klar abgegrenzt. Mittlerweile gibt es verschiedene Definitionen und Erklärungen. Im folgenden Artikel gehen wir auf die verschiedenen Definitionen ein. Zudem zeigen wir Ihnen den Ursprung des Burnouts auf.

Ursprung des Burn-Outs

Erstmalig bezeichnete der Psychoanalytiker Freudenberger 1974 die völlige Erschöpfung als Burn-out. Hierbei war es die völlige Erschöpfung von Arbeitnehmern in helfenden Berufen. Mittlerweile kann Burn-out jeden treffen. Der Hauptgrund hierbei sind die immer schwieriger werdenden Bedingungen zur Lebensbewältigung.

Burn-out: Das sind die verschiedenen Definitionen

Die Medizin bezeichnet das Burn-out als eine Systemerregung aus einer anhaltenden Hyperstressreaktion. Eine Erregung, die Sie nicht lösen können und die oftmals in einer Depression endet. Die Krankheit wird vom Gesundheitssystem als individuelles Schicksal behandelt. Burn-out ist keine als allein begründete Diagnose. Sie ist vielmehr eine Zusatzdiagnose. Das Burn-out kann beispielsweise als Zusatzdiagnose einer Angststörung gestellt werden. Ärzte sprechen von einem Burn-out, wenn der Krankheitsprozess fortgeschritten ist.

Definition nach Maslach

Christina Maslach ist eine Psychologie-Professorin an der University of California in Berkeley. Sie definiert das Burn-out wie folgt [1]:

Damit der Arzt die Diagnose „Burn-out“ stellen kann, muss der Patient drei Hauptkriterien erfüllen:

  • Emotionale Erschöpfung
  • Depersonalisierung
  • Verminderte Leistungsfähigkeit

Unter einer emotionalen Erschöpfung versteht man das Gefühl der Überforderung. Der Betroffene hat das Gefühl, dass er den Anforderungen des Jobs nicht mehr gewachsen ist. Daraufhin folgen negative Gefühle wie Entmutigung und Energielosigkeit.

Die Depersonalisierung ist nach Maslach ebenfalls ein Hauptkriterium. Eine Depersonalisierung ist das Gefühl einer Entfremdung der eigenen Person. Bei einem Burn-out enthält die betroffene Person dadurch das Gefühl der Distanz zum eigenen Beruf. Manchmal ist es ebenfalls so, dass der Arbeitsplatz und die Kollegen fremd und distanziert erscheinen. Hierbei grenzt es aber eher an einer Derealisation (Entfremdung der Umwelt).

Ein Burn-out geht – laut Maslach – ebenfalls mit einer verminderten Leistungsfähigkeit einher. Dadurch bekommt der Betroffene ein Gefühl von Misserfolg. Nicht selten empfinden Betroffene auch das Gefühl, dem Chef oder den Kollegen nicht mehr gerecht zu werden. Ihnen fällt es dann schwer, gewisse Verantwortung zu tragen.

Maslachs Modell wurde weiterentwickelt

Das Krankheitsmodell von Maslach umfasst nur die geistigen Symptome. Körperliche Symptome werden in verschiedenen Weiterentwicklungen des Modells erwähnt. Hierbei können zu der emotionalen Erschöpfung, Depersonalisierung und zur verminderten Leistungsfähigkeit, noch folgende körperlichen Symptome dazu kommen:

Gegenwärtige Definitionen

Die derzeit angemessene Definition ist – unserer Meinung nach – folgende Erklärung:

Ein Burn-out ist …

… „ein emotionaler, geistiger und körperlicher Erschöpfungszustand nach einem vorangegangenen Prozess hoher Arbeitsbelastung, Stress und/oder Selbstüberforderung.“ [2]Großes Wörterbuch Psychologie

Burnout und Depression: Das ist der Unterschied

Viele Personen verstehen unter beiden Begriffen das Gleiche. Jedoch unterscheidet man zwischen einem Burn-out und einer Depression. Bei einem Burn-out ist die Depression beispielsweise eine Begleiterscheinung.

Die Depression ist meist auf eine kontextfreie Ursache zurückzuführen. Das Burn-out hingegen basiert auf Ursachen, die kontextbezogen sind. Man konnte bereits beobachten, dass beim Burn-out der Ausbruch aus der stressigen Situation, eine Linderung verspricht.

Natürlich ist es schwierig, Krankheiten auf die dementsprechende Ursache zu reduzieren. Allerdings werden Depression und Burn-out zu oft „in einen Topf geworfen“. Deshalb soll dies den Unterschied zwischen beiden Problemen erklären.

Burnout-Prävention

Bei einem Burnout verliert man immer mehr die Kontrolle und ertrinkt in negativen Gefühlen und Selbstzweifel. Das Syndrom umfasst mehrere Phasen. Hierbei gibt es ebenfalls Phasen, in denen der Betroffene vorbeugen kann. Nachfolgend finden Sie einige Tipps zur Burnout-Prävention:

Bewegung

Bewegung ist nicht alles. Doch sie ist sehr, sehr wichtig! Planen Sie Bewegung in Ihren Alltag ein. Zu Beginn wird dies mühselig erscheinen. Aber so bald etwas Gewohnheit hereingekommen ist, werden Sie sichtlich von der Bewegung profitieren. Beginnen Sie mit wenig Bewegung. Fahren Sie beispielsweise – statt mit dem Auto – mit dem Fahrrad zum Bahnhof, um den Zug zur Arbeit zu nehmen. Laufen Sie nach Feierabend ein paar Runden durch das Grüne. Kombinieren Sie die Bewegung mit spaßigen Aktionen.

Ausreichender Schlaf

Ausreichender Schlaf ist das A und O. Wohltuender und ausreichender Schlaf fördert nicht nur die geistige und psychische Gesundheit. Er fördert ebenfalls die körperliche Gesundheit.

Ausgewogene Ernährung

Gesunde und ausgewogene Ernährung ist förderlich! Achten Sie auf Ihre Ernährung. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist wichtig für die psychische und körperliche Gesundheit. Natürlich müssen Sie Naschen & Co. nicht gänzlich den Kampf ansagen. Jedoch ist es empfehlenswert eine gesunde Ernährung in den Alltag einzubauen.

Schöne Momente

Jeder kennt es: Es gibt Situationen, in denen man keine Zeit mehr findet, um zur Ruhe zu kommen. Jedoch begünstigt dies das Burn-out ungemein. Aus diesem Grund sollten Sie unbedingt für schöne Momente sorgen. Planen Sie Aktivitäten, worauf Sie sich freuen können.

Es geht nur um die kleinen, schönen Momente. Wie beispielsweise ein schöner Sonnenuntergang.
Sorgen Sie für schöne Momente!

Die Zeit lässt es nicht zu? Dann liegt es in Ihrer Verantwortung, Zeit zu finden. Sie müssen diese Zeit nicht jeden Tag einplanen. Sie müssen keine aufwändigen Aktivitäten starten. Es geht nur um die kleinen, schönen Momente. Schöne Momente, die Sie jeden Tag begegnen sollten. Beispiele hierfür sind:

  • ein leckeres Abendessen mit dem Partner oder Freunden
  • ein schöner Spaziergang beim Sonnenuntergang
  • Kuscheln mit Familie und Haustieren
  • eine Tasse Tee und ein gutes Buch am Abend
  • ein spannender Film
  • ein toller Sonnenaufgang
  • ein sternenklarer Himmel
  • der Regen, der an das Fenster prasselt
  • schöne Momente mit engen Freunden
  • das Interesse nach Ihrem Wohlbefinden (von Kollegen, Freunden, Familie)
  • die Düfte der Natur

Verfügbarkeit

Seien Sie nicht ständig verfügbar! Haben Sie eine harte Woche hinter sich, ist es nicht Ihre Aufgabe einem Kollegen noch spontan beim Umzug zu helfen. Vor allem, wenn sich seelische und körperliche Müdigkeit bemerkbar machen. Nur Sie allein sind in diesem Moment wichtig. Seien Sie nicht ständig verfügbar und denken Sie an sich. Auch das Telefon, Handy oder ebenfalls die Klingel können ausgeschaltet werden, um zur Ruhe zu kommen.

Entspannungstechniken

Erlernen Sie verschiedene Entspannungstechniken! Um zur Ruhe zu kommen und um auf sich zu achten, sind Entspannungstechniken ebenfalls eine Lösung. Mittlerweile gibt es zig Übungen und Techniken. Suchen Sie sich eine Lieblings-Übung aus und wenden Sie sie an, wenn der Stress zu viel wird.

Test: Sind Sie Burn-out-gefährdet?

Info: Der folgende Test ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Begutachtung. Der Test gibt nur Hinweise darüber, ob Sie sich in einer gefährdenden Situation befinden. Ebenfalls gibt er keine Auskunft darüber, wie Ihre individuelle Situation ist und ob diese sie belastet oder nicht.

Der Test umfasst verschiedene Fragen zu ihrer Lebenssituation [3]:

  1. Ich erwarte von mir höhere Leistungen bei meinen täglichen Aufgaben, als die meisten anderen Menschen von sich verlangen.
  2. Wenn ich bei meiner Arbeit versage, dann bin ich als Mensch an sich ein Versager.
  3. Für mich ist es sehr wichtig, dass mich andere Menschen mögen.
  4. Wenn Dinge schiefgehen, mache ich üblicherweise mich selbst dafür verantwortlich.
  5. Kollegen um Unterstützung zu bitten, ist ein Zeichen von Schwäche.
  6. Ich vermeide es, Risiken einzugehen, wann immer es möglich ist.
  7. Ich habe genug Probleme im Leben gehabt und habe es verdient, keine neuen mehr zu bekommen.
  8. Ich investiere mehr Energie in meinen Beruf, als ich dafür als Gegenleistung – sei es in Form von Geld, sei es in Form von Anerkennung – erhalte.

Haben Sie mehrere Fragen mit „Ja“ beantwortet, gilt zu prüfen, wie die jeweilige Situation auf Sie wirkt. Fühlen Sie sich überwiegend gut? Herrscht bei Ihnen eine dauerhaft negative Stimmung? Hierbei sollten Sie unterscheiden.

Leiden Sie sehr unter der jeweiligen Situation?

Schaffen Sie es nicht mit eigenen Mitteln etwas zu verändern?

Nehmen körperliche und psychische Beschwerden überhand?

Wenn Sie diese Fragen mit „Ja“ beantworten, raten wir Ihnen, sich professionelle Hilfe zu suchen. Wenden Sie sich beispielsweise im Sekretariat einer psychosomatischen Klinik in Ihrem Ort. Sie können sich ebenfalls an Ihren Hausarzt wenden. Dieser hilft Ihnen weiter und kann Ihnen verschiedene Überweisungen ausstellen.

Quellen- und Literaturnachweise

[1] Maslach, C. (1982). Burnout: The cost of caring. Englewood Cliffs: Prentice Hall [2] Großes Wörterbuch Psychologie; Compact, 2007 [3] Fragenkatalog – Quelle: Prof. Dr. Dr. Andreas Hillert

Welt der Wunder – das Burnout Syndrom