Mangelnde Anerkennung als Ursache für Burnout

Mangelnde Anerkennung kann einer der Gründe für Burnout sein.
Wenn Partner und Freunde Leistungen nicht wahrnehmen, beginnen Betroffene an sich zu zweifeln.

Obwohl die Burnout-Erkrankung individuell bei jedem Betroffenen anders verläuft und die Symptome nicht immer die gleichen sind, lassen sich die Ursachen für das Ausgebranntsein gut bestimmen. Mangelnde Anerkennung ist Nährboden für das Burnout. Wenn Kollegen, die Familie, der Partner oder Freunde die eigenen Leistungen nicht wahrnehmen und bewerten, beginnt der Betroffene, an seinen Fähigkeiten zu zweifeln. Angst und Motivationslosigkeit kommen in diesem Fall hinzu. Der Betroffene beginnt noch härter zu arbeiten, um zu zeigen, wie viel er leisten kann. Diese Lösung ist für den Körper, die Seele und den Geist destruktiv. Die entstehende emotionale Erschöpfung und Unzufriedenheit ist der Einstieg ins Burnout.

Drang nach Anerkennung fördert Burnout

Ein Großteil der Menschen strebt nach Anerkennung. Dadurch fühlen wir uns geschätzt und respektiert. Lob stärkt das Selbstbewusstsein und gibt Bestätigung. Man will über das, was man geleistet hat stolz sein und dafür bewundert werden. Besonders in der Schule, im Studium oder am Arbeitsplatz gibt ein positives Feedback Motivation und erhöht die Leistungsfähigkeit. Denn durch die erhaltene Anerkennung fühlt sich die Person stark und den anstehenden Aufgaben gewachsen.

Wenn das Lob ausbleibt, glauben viele Menschen minderwertig und unvollkommen zu sein. Der Wunsch nach Anerkennung entsteht durch den Wunsch perfekt zu sein. Doch dieses unerreichbare Wunschbild führt zu chronischer Selbstüberforderung und Entmutigung. Wer als Betroffener von positivem Feedback abhängig ist, der kann nicht frei entscheiden. Aber aufgrund der Angst vor Ablehnung setzt der Betroffene die Messlatte immer höher und kämpft immer verzweifelter, bis die ganze Energie aufgebraucht ist und ein Scheitern droht.

Die Sucht nach Anerkennung führt dazu, dass der Mensch die Wünsche von anderen Personen erfüllt, die seinem Lebensbild nicht entsprechen. Das kann die Ausübung eines Berufs sein, den die Eltern sich wünschten oder ein dominierender Partner oder Freund, der einen großen Einfluss auf den Betroffenen ausübt und diesem ein Ziel aufzwingt. Obwohl bei der Erreichung des Wunsches Anerkennung oder Lob geäußert wird, fühlt sich die Person nicht glücklich. Zu erwarten, Dankbarkeit – eine Form der Anerkennung – zu erhalten bringt zwangsweise Enttäuschungen mit sich. Wer hart für etwas arbeitet, dafür aber kein Lob, keine Lohnerhöhung oder Motivation von außen erhält, der fühlt sich minderwertig und betrübt.

Anerkennungshaltung zurückschrauben

Um dem Burnout vorzubeugen ist es hilfreich, wenn die Person sich zuerst vor Augen hält, warum sie ein bestimmtes Ziel anstrebt und welche Gründe dahinter stecken. Geht es um die eigene Selbstverwirklichung oder entsteht die Motivation durch den Wunsch, Anerkennung, Respekt und Lob von anderen Personen zu erhalten? Oftmals reicht es aus, sich Mut zu machen und sich zu respektieren, um nicht von Lob anderer abhängig zu sein.

Wichtig ist, dass man sich seiner eigenen Fähigkeiten bewusst ist und bei fehlender Anerkennung enttäuscht, aber nicht am Boden zerstört ist. Stärken Sie Ihr Selbstwertgefühl, in dem Sie sich aufbauende und milde Worte zusprechen und sich ein positives Selbstbild schaffen. Sie dürfen sich selbst schätzen und lieben, ohne etwas dafür zu leisten. Denn wenn das Selbstwertgefühl von Äußerlichkeiten und der Anerkennung von anderen abhängig ist, sind wir emotional gefährdet und gelangen leichter in die Burnout-Spirale. Bestätigung kommt von innen heraus. Sollten Sie Angst vor Kritik und Ablehnung haben, ist eine psychologische Behandlung oder eine Therapiemaßnahme sinnvoll. Auch spezielle Entspannungsübungen (autogenes Training, progressive Muskelentspannung) sind hilfreich und beugen dem Burnout vor.

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