Perfektionismus als Ursache von Burnout

Perfektionismus als Grund für Burnout
Perfektionisten funktionieren oft so lange, bis es zu einem Totalzusammenbruch kommt.

Ein großer Teil von Burnout Patienten ist über die Perfektionismusfalle mit der Krankheit in Berührung gekommen. Nicht nur Arbeitnehmer oder Selbständige sind davon betroffen, sondern in besonderem Maße auch Mütter oder Väter. Viele Eltern, egal ob allein erziehend oder verheiratet, orientieren sich an Leistung, treiben Sport, wollen beruflich erfolgreich und eine perfekte Mutter bzw. ein perfekter Vater sein. Der Drang nach Perfektionismus zieht sich in den meisten Fällen grundsätzlich durch alle Lebensbereiche. Beruf, Partnerschaft und Kinder, Hobbies und Gesundheit – alles ist betroffen. Perfektionisten wollen beruflich und privat alles bestmöglich machen. Sie funktionieren so lange, bis es zu einem Totalzusammenbruch kommt.

Gesunder und ungesunder Perfektionismus

Exzellente Leistungen zu erbringen ist nicht grundlegend falsch. Akkurat arbeitende Zahnärzte, übergenaue Flugzeugkonstrukteure und penibel Chirurgen müssen sogar exzellente Leistungen bis hin zur Perfektion erbringen. Höchstleistungen lassen sich oft darauf zurückführen, dass Menschen unzufrieden mit dem Status quo sind. Diese Haltung gilt für Künstler, Sportler, Musiker und auch für innovative Unternehmer und andere kreative Köpfe.

Solange der Perfektionismus sich in funktionalen Bahnen bewegt, stellt er auch gar kein Problem dar. Wenn Menschen aber sehr gut sein wollen, weil sie Angst davor haben Fehler zu machen und zu versagen, dann wird es schwierig. Damit stellen diese Menschen in der Regel ihre gesamte Persönlichkeit infrage. Menschen, die den Erfolg ihrer harten Arbeit genießen können, sind eher vor einem Burnout geschützt, als Perfektionisten, die von einer Hürde zur nächsten eilen. Dabei vergessen sie ihre eigenen Bedürfnisse und stellen die Erholung hinten an. Denn nur dann bleibt genügend Raum, um perfektionistisch zu sein. Diese so genannten dysfunktionalen Perfektionisten stellen überhöhte Ansprüche an sich selbst und verzeihen sich keinen Fehler. Zweifeln Sie zusätzlich noch ihre eigene Leistungsfähigkeit an und befürchten, den Erwartungen anderer Menschen nicht entsprechen zu können, schnappt die Perfektionismusfalle zu. Außenstehenden erleben Perfektionisten als Menschen, die von übertrieben großen Versagensängsten geplagt werden. Perfektionisten sehen alles schwarz oder weiß, gut oder schlecht. Schattierungen dazwischen gibt es nicht. Perfektionisten sagen sich, dass sie auch dann im Ganzen versagt haben, wenn nur ein Teil schief gelaufen ist.

Leistung und persönlichen Wert

Hinzu kommt eine soziale Komponente. Funktionalen Perfektionisten assoziieren ihr Versagen im Beruf mit einem Verlust von Anerkennung. Sie gehen selbstverständlich davon aus, dass sie nur nach ihrer Leistung beurteilt werden. Die Auswirkungen darauf sind fatal, denn das Selbstwertgefühl von Perfektionisten leidet stark darunter.

Haben auch Sie das Gefühl, dass ihre Selbstwirksamkeit gestört ist? Glauben sie nicht daran, schwierige Situationen selbstständig und aus eigener Kraft meistern zu können? Wenn sich Ihr Perfektionismus auf Äußerlichkeiten konzentriert, Sie also einen absolut makellosen Zustand Ihres Körpers herbeiführen wollen und scheitern, können Essstörungen oder sexuelle Funktionsstörungen auftreten.

In der Folge entstehen Frust und Depressionen bis hin zum Burnout. Tatsächlich ist es in den meisten Fällen so, dass viele Betroffene ihre Burnout Erkrankung auf eine perfektionistische Verhaltensweise zurückführen. Wenn sie das Gefühl haben, dass Sie ebenfalls in einer Perfektionismusfalle sitzen, sollten Sie Hilfe holen. Perfektionismus ist ein schwieriger Gegner, den Sie alleine kaum selbst besiegen können. Versierte Therapeuten haben Möglichkeiten, gemeinsam mit Ihnen Ihren dysfunktionalen Perfektionismus in ein gesundes Streben nach guten Ergebnissen und tragbaren Lösungen umzumünzen.

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