Zwanghafter Ehrgeiz als Ursache für Burnout

Übertriebener Ehrzeit als Ursache von Burnout
Betroffene entwickeln oft eine zwanghafte Haltung zu Leistung und Arbeit.

Viele Menschen bezeichnen sich scherzhaft als Workaholics. Die Arbeitssucht ist tatsächlich eine Krankheit, bei dem der Mensch sein Wohlbefinden und seinen Erfolg von seinem Beruf abhängig macht und eine zwanghafte Haltung zu Leistung und Arbeit entwickelt, die Folgeerkrankungen wie das Burnout hervorruft.

Die Person lebt für die Arbeit und stellt deren Qualität und Quantität durch zwanghaften Ehrgeiz in den Vordergrund. Diese perfektionistische Grundhaltung hat keine weitere Sinnbedeutung. Häufig sind Menschen in führenden Positionen und Selbstständige davon betroffen, die ihr Selbstvertrauen an die Arbeitsleistung koppeln. Leider fördert die moderne Gesellschaft den Grundsatz, dass Leistung eine Bedingung für soziale Anerkennung ist.

Inhalt dieses Artikels

Auswirkungen zwanghaften Ehrgeizes

Menschen, die pausenlos arbeiten, sind  veranlagt unperfektionistischd haben einen übertriebenen Ehrgeiz, der andere Prioritäten ausschließt. Viele Betroffene widmen sich ausschließlich dem Beruf, weil sie private Probleme oder Ängste haben. Die Person will die Tätigkeit perfekt erledigen und nimmt sich kaum mehr Zeit für andere Dinge. Sie kapselt sich vom Partner oder der Familie ab.

Durch den Drang gehen andere Aufgaben verloren und das Unerledigte schiebt der Betroffene immer weiter vor sich her. Dadurch entsteht nur noch mehr Druck und die Person kann sich nicht mehr entspannen, geschweige denn zur Ruhe kommen. Zuerst fühlt sich der Arbeitssüchtige stark und glücklich, sobald er eine Tätigkeit beendet hat, gelangt er in ein Gefühlstief. In der Folge stellen sich körperliche Beschwerden, eine Leistungsminderung sowie Depressionen und Ängste ein, die bis zum Suizid gehen können. Zudem nehmen die Betroffenen Tabletten und Drogen um den Leistungsabfall auszugleichen. Sie befinden sich in der Abwärtsspirale, die Fehlentscheidungen und krankheitsbedingte Ausfälle durch Burnout nach sich ziehen.

Ursachen für zwanghaften Ehrgeiz

Die Wurzeln für den zwanghaften Ehrgeiz sind bei den Betroffenen in der Regel in der Kindheit zu finden. Ereignisse, die durch die Erziehung prägen, sind zum großen Teil für die Arbeitssucht, den Wunsch nach Anerkennung oder übertriebenen Ehrgeiz sowie Perfektionismus zuständig. Das liegt daran, dass viele Eltern ihren Kindern nur dann Wertschätzung entgegenbringen, wenn diese eine Leistung erbracht haben. Das weckt starken Ehrgeiz in den Kindern. In der Folge streben sie in der Schule und bei ihren Hobbys danach, zu den Besten zu gehören. In Extremfällen gehen die typischen kindlichen Freiheiten ganz und gar verloren, nämlich dann, wenn Eltern sich besonders stark engagieren. Sie treiben ihre Kinder zu immer neuen Höchstleistungen an, sei es in Tanz, Musik, Sport oder Schule. In diesen jungen Jahren kann die geistige und emotionale Überforderung langfristigen Schaden anrichten.

Pubertät und Burnout

Denkmuster, die bis zum 15. Lebensjahr erlernet wurden, prägen jeden Menschen dauerhaft. Die Pubertät bringt immer einschneidende Veränderungen mit sich. Aus Kindern sind Jugendliche geworden und diese wollen dem Leistungsdruck in den meisten Fällen entkommen. Mädchen agieren überwiegend introvertiert, Jungen neigen zur Extrovertiertheit. Halsbrecherische Mutproben, Gewalt und Diebstahl sind Ventile, die sie aus reinem Selbstschutz nutzen. Jugendliche, die dem Leistungsdruck nicht gewachsen sind und kein Ventil finden, können unter dem Druck zusammenbrechen und einem Burnout erliegen. Da die Pubertät dafür bekannt ist, dass sich Jugendliche seltsam verhalten, werden Anzeichen von Burnout oft verkannt. Der Hilfeschrei junger Betroffener verhallt ungehört.

Kinder und Jugendliche haben gleichermaßen gelernt, dass Leistung mit Anerkennung verbunden ist. Diese Erkenntnis nehmen sie mit in das Erwachsenenleben. Doch Betroffene können im ihrem erwachsenen Leben einer Arbeitssucht oder einem Burnout vorbeugen. Dazu ist es notwendig, die Erfahrungen aus der Kindheit mit einem Psychologen zu verarbeiten und therapeutische Maßnahmen zu ergreifen, damit keine arbeitsbedingte Erschöpfung entsteht, die sich negativ auf die Gesundheit, die Familie und die Freunde auswirkt.

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